Nachruf auf Kolumnist Jad Turjman

31. Juli 2022

Jad Turjman
Jad Turjman

 

Liebe Leser:innen, 

in tiefer Trauer müssen wir mitteilen, dass unser Kolumnist Jad Turjman am Freitagabend bei einem Unfall beim Bergsteigen tödlich verunglückt ist. Wir sind zutiefst bestürzt und fassungslos. Jad hätte jetzt die richtigen Worte gefunden – wir schaffen es gerade nicht. Er ist 2014 aus politischen Gründen aus Syrien nach Österreich geflohen, hat die Geschichte seiner Flucht mit viel Gefühl und Kreativität in seinen zwei Büchern verarbeitet, im September sollte sein dritter Roman erscheinen.

Jad war ein Ausnahmeschriftsteller, der auch die schwersten Etappen seines Lebens mit viel Humor und Weitblick beschreiben konnte – und das in einer Sprache, die er erst nach seiner Flucht erlernte. Mit seinen Romanen, Kolumnen und Stand-Up-Programmen hat er nicht nur Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum in ihrem tiefsten Inneren berührt, sondern auch gezeigt, was mit einer vorrausschauenden Lebenseinstellung wie seiner alles möglich sein kann.

Er hat bei BIBER über sein Leben in Österreich geschrieben, und hatte die unglaubliche Gabe, ernste Themen stets humorvoll aufzugreifen, ohne sie dabei ins Lächerliche zu ziehen. Jad wurde nur 32 Jahre alt. Unsere Gedanken sind bei Jads Familie in Syrien, sowie seinen Freund:innen und jedem, der ihn gekannt hat. 

Was bleibt, sind seine wundervollen Bücher und Kolumnen, die für die Ewigkeit zeigen, was für ein außergewöhnlicher Mensch und ein Vorbild er gewesen ist, sowie auch die Erinnerungen seiner Liebsten an ihn. Der Verlust sitzt tief.

Ruhe in Frieden, Jad.



Vielen Dank für Euer Mitgefühl in diesen schweren Zeiten,

Eure BIBER-Redaktion

 

Jads berührende, schöne, lustige und einzigartige Kolumnen, die der Welt erhalten bleiben, könnt ihr hier nachlesen: 

Mein Penis, meine Entscheidung

Die Sehnsucht nach meiner Mutter ist dem österreichischen Staat nicht glaubhaft

"Mein Sohn, was haben die Europäer mit dir gemacht?"

Auf der Suche nach dummen Handys

Der Bazar im Schuhgeschäft

Beziehungsstatus:Angst

Der Krieg ist ein Symptom des Patriarchats

Ich bin diplomierter Flüchtling mit Auszeichnung von der Balkanroute-Universität

"Darf ich deine Katze anzünden?"

Das Patriarchat ist eine kulturelle Gemeinsamkeit

Mein erster Rausch

Ich bin jetzt Österreicher. Aber mit schlechtem Gewissen

Trauma und Rassismus

Ich bin in Damaskus aufgewachsen und dort hat man Juden unsere Cousins genannt

Unseren Hass bekommt ihr nicht: Aus der Sicht eines Geflüchteten

Ich bin ein Syrer. Aber eigentlich bin ich Albaner. Aber vielleicht bin ich Türke.

Kein Mensch verlässt sein Land freiwillig

Bist du Christ? 

Wenn Pandemie auf Krieg und Diktaktur trifft

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