Katastrophen in Marokko und Libyen: Ein Überblick

12. September 2023

Zwei Naturkatastrophen verwüsteten innerhalb weniger Tage Libyen und Marokko. Was passiert ist und warum Hilfe nur schwer ankommt.

Von Mathias Psilinakis (Stand: 12.09.)

Marokko

Am Freitagabend kam es im Südwesten des Landes zu einem Erdbeben der Stärke 6,8. Die Auswirkungen sind dramatisch: Mehr als 2800 Tote (und die Opferzahlen dürften noch weiter steigen), tausende Verletzte und gewaltige Sachschäden. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen sind nur langsam angelaufen – und das, obwohl die ersten 72 Stunden nach einem Erdbeben entscheidend sind. Bei den Rettungsaktionen erweist sich unter anderem die beschädigte Infrastruktur als großes Hindernis, um Betroffene in der spärlich bewohnten Region zu erreichen – bestimmte Orte bekamen in den ersten Tagen so gut wie keine Hilfe. Wasser und Nahrungsmittel sind knapp. Zwar haben bereits viele Länder ihre Hilfe angeboten, die Regierung hat bisher nur wenige Hilfsleistungen angenommen. Wieso, ist nicht klar, es ist aber davon auszugehen, dass geopolitische Gründe eine bedeutsame Rolle spielen. Wie groß die wirklichen Auswirkungen der Katastrophe sind, wird sich erst erweisen: Ein kürzlich erschienener UNICEF-Bericht geht von 100 000 Kindern aus, die vom Erdbeben betroffen sind.

Libyen

Wenige Tage später wurde auch Libyen von einer heftigen Naturkatastrophe getroffen. Der Sturm „Daniel“ zog über den Nordosten des Landes und sorgte für schwerwiegende Überschwemmungen. Tausende Leute sind bisher ums Leben gekommen und es kam zu gewaltigen Schäden in der libyschen Infrastruktur. Das rote Kreuz rechnet mit 10 000 Vermissten. Die Hilfsmaßnahmen gestalten sich schwierig – momentan ist man etwa auf Hubschrauber angewiesen, um bestimmte Gebiete zu erreichen. Auch die Strom- und Internetverbindung ist instabil. Die politische Lage in Libyen war schon vor der Katastrophe prekär: Momentan kämpfen im nordafrikanischen Land zwei verfeindete Regierungen um die Macht. Libyen hat im Gegensatz zu Marokko bereits früh um internationale Hilfe gebeten, die Behörden bitten die internationale Gemeinschaft um „brüderliche Hilfe“.

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Der Planet wird die Menschheit nach und nach auf das Mass reduzieren, das ihm zuträglich ist.

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